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CO2-Kompensation – wie wird mein Unternehmen klimaneutral?

Gebäudeversicherung Bern, Lidl Schweiz, Credit Suisse, ifolor, Richemont, und TEXAID Schweiz – Was haben diese Unternehmen gemeinsam?

Vielleicht habt ihr es erraten – sie alle wirtschaften klimaneutral. Aber was genau muss man sich darunter vorstellen? Schliesslich verursachen die meisten Aktivitäten – einer Privatperson oder eines Unternehmens –  sowohl direkte als auch indirekte CO2-Emissionen. So kann ein Detailhändler wie Lidl ja nicht einfach auf seine Warenlieferungen verzichten und auch durch die Produktion von Strom für umweltfreundlichere Elektrolastwagen entstehen gewisse Emissionen. 

Die Lösung dazu bietet sich durch die so genannte CO2-Kompensation. Die unvermeidbaren Emissionen werden dabei durch die Unterstützung eines Klimaprojekts kompensiert. So können auch Produkte oder Dienstleistungen klimaneutral werden. Zwei prominente Beispiele sind die CO2-Kompensation der Emissionen eines Fluges oder klimaneutrales Drucken. 

Wenn die CO2-Kompensation als isolierte Massnahme umgesetzt wird, besteht die Gefahr, dass die Kompensation von Aussenstehenden als "Greenwashing" betrachtet wird. Deshalb gehört zu einer guten Klimastrategie zwingend, dass man seinen CO2-Ausstoss mit Hilfe einer CO2-Bilanz oder eines persönlichen Fussabdrucks misst, darauf basierend Massnahmen zur CO2-Reduktion ergreift und erst dann die unvermeidbaren Emissionen kompensiert. Die Kompensation ist somit eine gute Ergänzung der Klimastrategie. Durch den Kauf von Zertifikaten unterstützt man die Förderung neuer Technologien und leistet einen nachhaltigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung der Projektländer.

Wie genau funktioniert die CO2-Kompensation?

Der Klimaschutz kennt keine Grenzen. Treibhausgasemissionen können auf der ganzen Welt reduziert werden. Die Umsetzung findet dabei über die Ausstellung von CO2-Zertifikaten statt. Ein CO2-Zertifikat ist ein Wertpapier, das die Reduktion einer Tonne CO2 belegt. Bei jedem Klimaprojekt wird die jährliche CO2-Einsparung berechnet, die das Projekt bewirkt und eine entsprechende Anzahl an Zertifikaten ausgestellt. Wenn ein Unternehmen z.B. 1‘000 Tonnen CO2 verursacht, wird die entsprechende Menge an Zertifikaten im Namen des Unternehmen eingelöst.

Wenn sämtliche CO2-Emissionen eines Unternehmens anhand von CO2-Zertifikaten kompensiert wurden, kann sich dieses als klimaneutral bezeichnen.


 

Für eine glaubwürdige und transparente CO2-Kompensation gilt es verschiedene Qualitätsstandards zu beachten. Nebst der Einbettung in eine ganzheitliche Strategie, empfiehlt es sich, Folgendes zu beachten:

  • Ein Klimaprojekt wählen, welches zur Geschäftstätigkeit passt, beispielsweise in Bezug auf Technologie / Projekttyp und Herkunftsland.
  • Das Klimaprojekt sollte gewissen Qualitätsstandards entsprechen, wie die externe Prüfung, und es sollte nebst der Einsparung von CO2 noch weitere soziale und wirtschaftliche Vorteile für die lokale Bevölkerung bringen – ganz im Sinne der Sustainable Development Goals der UNO.

CO2-Reduktion und -Kompensation dank dem We Act for Impact Teamwettbewerb

Die Ernährung ist für 28% unserer persönlichen Umweltbelastung verantwortlich. Durch eure gemachten Aktionen, verringert ihr eure CO2-Emissionen und tut etwas für eure Gesundheit. WeAct möchte den positiven Effekt für das Klima noch verstärken. Deshalb unterstützt WeAct ein Klimaprojekt in Kenia für sauberes Trinkwasser und effiziente Kocher – für jede während We Act for Impact 2016 gemachte Aktion, wird das Projekt mit einem entsprechenden Betrag unterstützt und damit CO2 in Kenia reduziert. In diesem Projekt erhält die lokale Bevölkerung Kenias effiziente Kochherde und Hilfsmittel zur Wasseraufbereitung. Dies verbessert nicht nur die Trinkwasser- und Innenraumluftqualität, sondern reduziert die Abholzung in kenianischen Wäldern.

Das ausgewählte Projekt in Kenia bringt neben der CO2-Kompensation zusätzliche soziale, ökologische und ökonomische Vorteile:

  • Durch den um 50% verminderten Bedarf an Brennholz sparen insbesondere Frauen und Kinder, die für ihre Haushalte normalerweise Holz sammeln, viel Zeit.
  • Der stark gesunkene Bedarf an Brennholz schützt grosse Waldflächen vor Abholzung.
  • Haushalte sind weniger auf den Kauf von Brennstoffen angewiesen und sparen dadurch Geld.
  • Dank der neuen Kocher ist die Innenraumluft von deutlich besser Qualität, was Atemwegs- und Augenkrankheiten vorbeugt.
  • In ganz Kenia erhalten Kleinst- und Kleinunternehmer durch den Verkauf der Kocher Unterstützung.
  • Um die Verkäufer der Kocher zu unterstützen, werden im ganzen Land im Rahmen des Projekts wöchentlich über 20 Anlässe wie Vorführungen der Kocher, öffentliche Bekanntmachungen und Informationsveranstaltungen durchgeführt.

Weitere Informationen und Beispiele unternehmerischer Klimastrategien

  • Klimastrategie von Lidl Schweiz: Dieses anschauliche Video zeigt ganz konkret, welche Massnahmen Lidl zur CO2-Reduktion umsetzt
  • Klimaneutrales Textilrecycling mit TEXAID Schweiz: Informationen zur betrieblichen Klimastrategie von TEXAID sind hier zu finden.
  • Hochwertige Klimaprojekte: Eine Auswahl an hochwertigen CO2-Zertifikaten bieten beispielsweise Swiss Climate, South Pole Carbon oder myclimate an. Hier geht es zu den Klimaprojekten von Swiss Climate.

Über die Autorin

Corina Helfenstein ist Nachhaltigkeitsberaterin bei Swiss Climate. Sie ist überzeugt, dass sowohl Einzelpersonen wie Unternehmen einen wichtigen Beitrag zu einem gesunden Klima leisten können. Als Vegetarierin hält sie ihren (indirekten) CO2-Ausstoss im Bereich Ernährung so gering wie möglich. Aber aufs Reisen will sie dennoch nicht ganz verzichten. So treibt sie ihre Neugierde für fremde Kulturen und Länder in ihren nächsten Ferien per Flugzeug nach Indien. Das Klima freut' s nicht, aber als kleine Wiedergutmachung kompensiert sie die Flugemissionen durch ein Klimaprojekt in Indien.