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Stress am Arbeitsplatz (Teil 1): Worum geht es?

Die Wirtschafts- und Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Vieles hat sich im Bereich Arbeitssicherheit verbessert, doch setzen uns heute vor allem psychosoziale Belastungen wie Stress, Burnout, Überwachung oder Mobbing zu. Um damit besser umgehen zu können, ist es wichtig, diese Belastungsfaktoren zu erkennen und sich ihnen bewusst zu werden. Im dreiteiligen Blog-Beitrag der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz erhalten Sie Informationen und Tipps zum Thema Stress.

 

Teil 1: «Stress: Worum geht es?»

Fast jeder Mensch im erwerbsfähigen Alter ist ab und zu oder sogar regelmässig mit folgenden (Stress-)Faktoren konfrontiert:

  • Überhöhte Zielsetzungen und Anforderungen sowie Zeitdruck
  • Übermässige Arbeitslast
  • Entgrenzung zwischen Privat- und Berufsleben
  • Unklare oder widersprüchliche Aufträge sowie unklare Zuständigkeiten und Rollen
  • Fehlende oder ungünstige Arbeitsmittel/Umgebungsbedingungen
  • Arbeitsunterbrechungen
  • Fehlender Handlungsspielraum
  • Mangelnde Wertschätzung
  • Konflikte mit oder wenig Unterstützung durch ArbeitskollegInnen und Vorgesetzten
  • Mangelhafte Kommunikation, fehlende Information
  • Arbeitsplatzunsicherheit
  • Beeinträchtigung der persönlichen Integrität (Mobbing, sexuelle Belästigung etc.)

 

2012 waren gemäss Bundesamt für Statistik über die Hälfte der Erwerbstätigen mit mindestens drei dieser Risikofaktoren konfrontiert. Verfügen sie gleichzeitig über zu wenige Ressourcen, um darauf angemessen reagieren zu können, kann es längerfristig zu einem instabilen Gleichgewicht kommen. Rund ein Viertel der Schweizer Bevölkerung ist davon betroffen: Sie weisen mehr Belastungen als Ressourcen auf (siehe Job-Stress-Index 2016).

Quelle: Job Stress Index 2016

 

Die Auswirkungen von Stress

Wesentlichen Einfluss auf die psychische und physische Gesundheit der Arbeitnehmenden hat die Erholung. Findet in den Phasen mit hohen Belastungen keine genügende Erholung mehr statt, befinden sich die Betroffenen in einem dauernden Anspannungszustand, der, wenn er über längere Zeit anhält, zu Erschöpfung führen kann. Und wer erschöpft ist, hat ein erhöhtes Risiko krank zu werden. Psychische Folgen von anhaltendem Stress sind beispielsweise Reizbarkeit, Interessensverlust, Energiemangel, Depressionen, Erschöpfung und Burnout. Physische Folgen können unter anderem Muskel- und Gelenkschmerzen, Schulter- und Rückenschmerzen, Herzkreislaufstörungen sowie Magen-Darm-Beschwerden sein.

Dazu kommt, dass sich bei lange anhaltenden Stresssituationen das eigene Gesundheitsverhalten meist verschlechtert: Eine gesunde Ernährung wird vernachlässigt, gleichzeitig steigt der Konsum von Alkohol und Nikotin. Auch die Arbeitszufriedenheit, die Motivation der Arbeitnehmenden und die Leistungsfähigkeit sinken, wenn Arbeitnehmende über längere Zeit unter Stress leiden.

 

Weiterführende Informationen

 

Nächster Blog-Beitrag: Im Teil 2 widmen wir uns der Frage „Stress: Wie erkennt man ihn?“

 

Über den Autor

Reto Kälin ist Projektleiter Partner Relations im Bereich Betriebliches Gesundheitsmanagement bei Gesundheitsförderung Schweiz. Die Stiftung hat sich als langfristiges Ziel gesetzt, die Gesundheit der Schweizer Bevölkerung zu verbessern. Durch Informationen und Befähigung sollen Menschen motiviert werden, die eigenen Lebensweise gesund zu gestalten. Zum Tätigkeitgebiet von Reto Kälin gehören der Aufbau und die Pflege von Partnerschaften mit dem Ziel, das betriebliche Gesundheitsmanagement in der Arbeitswelt noch stärker zu verankern und die Umsetzung weiter voranzutreiben. Privat treibt Reto Kälin viel Sport, geniesst den Austausch mit Freunden und verbringt viel Zeit mit der Familie. Dies hilft ihm, eine gesunde Balance zwischen Belastungen und Ressourcen zu halten.

Kommentare

Ursina Steiner
vor 10 Monate 1 Woche

Bin mit Ihrem Artikel voll einverstanden. Eigene Beobachtung - Der Stress hat eine grosse Auswirkung auf das Gleichgewicht der Blutgerinnung und je nach Wert (INR) kann die vorhergehende Stresssituation rekonstruiert werden.