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Was ist Littering und wie kann jeder helfen es zu stoppen?

Die verwaiste Plastiktüte oder der achtlos weggeworfene Zigarettenstummel, wir alle haben das so genannte Littering auf Strassen und Plätzen schon gesehen. Die zunehmende Vermüllung von Stadt und Land wird immer mehr zum Problem. Die gute Nachricht: Jeder kann helfen, Littering zu stoppen.

In der Hektik des Alltags bleiben vom Burger auf die Hand, dem Softdrink oder der Zigarette schnell mal die Reste liegen, die zuständige Reinigung wird es schon wegräumen. Das Littering in der Schweiz wie auch in vielen anderen Industrienationen ist in gewisser Weise ein Wohlstandsphänomen, welches sich vor allem in Städten oder deren Randbereichen äussert, aber ein nicht ganz neues Phänomen ist.

Seit einigen Jahren wird das achtlose Wegwerfen jedoch immer beliebter und damit zum echten Problem. Auch in der Schweiz, dem Land der Recycling-Weltmeister. Alleine 470 Millionen Verpackungen und Getränkegebinde wie Kaffeebecher fallen hierzulande durch die Verpflegung «to go» jährlich an, wie das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich berichtet. Davon landet auch ein grosser Teil auf öffentlichen Strassen und Trottoirs.

Auch im ländlichen Bereich kann Littering aber zu Schaden führen. Beispielhaft berichteten vor kurzem diverse Schweizer Medien von einem Bauern in Grenchen SO, der sechs teils trächtige Kühe schlachten musste, da sie Splitter einer Aludose gefressen hatten und sich damit qualvolles Leid zufügten. Die offensichtlich unaufmerksam weggeworfene Aludose war vom Mähdrescher in gefährliche Todeswerkzeuge zerteilt worden, blieb auf dem Feld liegen und wurde den Kühen so zum Verhängnis.

Littering: Was so alles mal schnell entsorgt wird
Eine europaweite Studie aus dem Jahr 2003 identifizierte den Zigarettenstummel mit über 58 Prozent als den Nummer-Eins-Müll auf Europas Strassen und Plätzen. Gefolgt wird er von Kunststoff, Papier, Karton, Glas, Metall und, fast noch das harmloseste, von organischen Abfällen. Ein Jahr später gab es eine Studie zu Littering in Basel, die etwas komplexer war und Anzahl, Volumen sowie Gewicht des Mülls berücksichtigte. Hierbei waren es Getränkebehälter und Fast Food-Verpackungen, welche die Müllstatistik in und um die Städte anführten. Sie machten 52 Prozent des Schweizer Abfallbergs im öffentlichen Raum aus.

Vorbildlich: Schweizer Jugendliche werden Littering-Experten
Die Stiftung «Praktischer Umweltschutz Schweiz», Pusch, will auf die Littering-Problematik aufmerksam machen und schickt die Jugend auf die Strasse. Pusch hat ein Unterrichtsmodul entwickelt, das in Bern, Biel und Thun dem Phänomen Littering auf die Spur geht. Ein Angebot, das junge Leute für die so gar nicht nachhaltige Müllentsorgung sensibilisieren soll.

Quellen: pusch.ch, 20min.ch. awel.ch, Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann

Kommentare

Lilian Iselin
vor 5 Monate 4 Tage

Auch das würde helfen: Wenn wir für unsere take-away-Lunches den eigenen Behälter mitbringen würden. Die meisten food stalls und caterers füllen das Thai Curry oder die Kalbsbratwurst gerne in ein selber mitgebrachtes Mehrweggeschirr...