« To the Blog

Was bedeutet Nachbarschaft und wie kannst du sie stärken?

Das Wort «Nachbarschaftshilfe» klingt erstmal nicht sehr imposant und für manche Ohren eher verstaubt. Das zugrundeliegende Konzept ist jedoch völlig naheliegend und aktuell wie eh und je: Nachbarn helfen sich gegenseitig und stärken dadurch die Gemeinschaft.

Eine starke Gemeinschaft ermöglicht nicht nur eine sichere Versorgung von jung und alt, indem beispielsweise mobile Personen weniger mobilen aushelfen. Nachbarschaftliche Kontakte und Vernetzung im Quartier oder Dorf bieten ein Gefühl von Sicherheit und tragen wesentlich dazu bei, sich für sein Umfeld zu engagieren. Vor allem aber sind Personen, die Nachbarschaftshilfe leben und leisten, meist allgemein zufriedener mit ihrer Wohnumgebung. Sich für sein Quartier oder Dorf zu engagieren tut gut. Nachbarschaftshilfe und Nachbarschaftliche Kontakte sind folglich eine nicht zu unterschätzende soziale Ressource.

Mit anderen Worten: Es lohnt sich, ein guter Nachbar zu sein. Oder wenigstens gute Nachbarn zu haben. Was können wir also tun? Wie schaffen wir eine bessere Gemeinschaft für uns und unser Umfeld? Die Antwort ist ziemlich einfach: Lerne deine Nachbarn kennen. Nur schon die soziale Interaktion mit den Menschen um uns herum stärkt die Gemeinschaft.

 

Wir müssen also für den Anfang gar nicht gleich einen Quartierverein gründen oder uns in den Gemeinderat wählen lassen. Hier sind ein paar simple Ideen, die zu mehr Achtsamkeit und Interaktion im Quartier führen:

  1. Die Lokalnachrichten gewissenhaft lesen
  2. Dem Busfahrer einen schönen Tag wünschen
  3. Weniger fernsehen
  4. Weitläufig Bekannte hörbar auf der Strasse grüssen
  5. Den Nachbarn fragen, ob er auch noch etwas aus dem Laden benötigt
  6. Fremde Menschen im Lift hörbar grüssen
  7. Jemandem die Tür aufhalten
  8. Jemandem eine Postkarte schreiben – von Zuhause
  9. Den Rasenmäher mit den Nachbarn teilen (zum Beispiel [so](www.pumpipumpe.ch))
  10. Eine Person, die allein am Tisch sitzt, fragen, ob man sich für den Zmittag dazusetzen dürfe
  11. Sich mit den Angestellten im Dorflädeli unterhalten
  12. Jemandem helfen, den platten Velopneu zu reparieren
  13. Abstimmen und wählen gehen
  14. Sich für das Überleben der Geschäfte in der Gemeinde einsetzen und beim lokalen Bäcker oder Metzger einkaufen gehen
  15. Sich mit Freunden ein lokales Fussballspiel anschauen (und die einheimische Mannschaft anfeuern!)
  16. An Veranstaltungen (Quartierfest etc.) teilnehmen oder sogar mit organisieren
  17. Sich in einem Verein engagieren

(Quelle: Nach Markus Freitag (Hrsg.), Das soziale Kapital der Schweiz, Zürich, 2014)

 

Es ist einfacher als gedacht, vamos!

 

Über den Autor

Nicolas Hebting ist Mitgründer und Co-Geschäftsführer des Vereins 2324.ch. Der Rechtswissenschaftler studierte an den Universitäten Zürich und Leiden und engagiert sich in der Nachbarschaftshilfe sowie der freiwilligen Feuerwehr.

Der Verein 2324.ch vernetzt Einwohnerinnen und Einwohner in Schweizer Gemeinden und stärkt so das Zusammenleben. Die Idee entstand aus einem persönlichen Bedürfnis der Gründer; mit den heutigen technologischen Möglichkeiten will 2324.ch den direkten Kontakt zwischen der Gemeinde, Vereinen und den Einwohnern untereinander fördern.